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Neue Therapieansätze bei Pferden mit Sommerekzem

websitebuilder • 23. Juli 2024

Sommer bedeutet für viele Pferde Weidesaison, aber auch allergische Hautreaktionen durch Insekten. Für eine erfolgreiche Therapie gibt es nun neue Ansätze.


Die neue Jahreszeit ist ein guter Grund, Vorsätze zu fassen – und diese auch einzuhalten. Ganz gleich, ob es darum geht, richtig zu essen oder die Garage aufzuräumen: Hier sind ein paar Tipps, wie Sie Vorsätze fassen und sie auch einhalten.

Das Sommerekzem, auch bekannt unter den Namen Sweet Itch, Queensland Itch oder Insect bite hypersensitivity (IBH), ist die häufigste allergische Hauterkrankung bei Pferden. Es wird verursacht durch eine Hypersensitivitätsreaktion auf das Speichelprotein von Insekten, vor allem der Gattung Culicoides. Daher wird die Erkrankung auch Culicoides-Hypersensitivität (CH) genannt [1], [2].

Weltweit variiert die Prävalenz von 3% in Großbritannien über 37% in Deutschland zu bis zu 60% in Australien, abhängig von der geografischen Ausbreitung der Culicoides-Insekten [3] – [6].

Eine erhöhte Prävalenz für die Entstehung des Sommerekzems besteht vor allem bei Islandpferden, die exportiert werden [7]. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ursprünglich Culicoides-Mücken in Island nicht endemisch waren. Islandpferde entwickeln daher in den ersten Lebensjahren, wenn sie diese auf Island verbringen, keine immunologische Toleranz für die Speichelproteine der Culicoides-Mücken (reviewed in Schaffartzik, 2012 [8]). Es konnte kürzlich erst gezeigt werden, dass an Sommerekzem erkrankte Pferde, die auf Island geboren wurden, signifikant höhere allergen-spezifische IgE-Konzentrationen aufwiesen als Pferde, die in Ländern geboren wurden, in denen Culicoides vorkommen [7]. Die Prävalenz bei Isländern steigt mit ansteigendem Exportalter [9].

Das Sommerekzem ist eine saisonal auftretende Erkrankung und kommt typischerweise in den warmen Monaten von Frühling bis Herbst vor, wenn die Culicoides-Mücken aktiv sind. In seltenen Fällen können schwerwiegend chronisch erkrankte Pferde auch ganzjährig betroffen sein [8], [10].

Das Hauptsymptom ist ein ausgeprägter Juckreiz , der vor allem an Mähne (Abb.1) und Schweifrübe auftritt. Aber auch andere Körperstellen wie Kopf, Unterbrust, Unterbauch und das Präputium bzw. das Euter können betroffen sein. Durch das vermehrte Kratzen werden Primärläsionen wie Rötungen, Ödeme, Vesikel und Papeln häufig nicht gesehen. Eher werden Sekundärläsionen wie Alopezie, trockene und schuppige Haut, Hyperkeratose, Exkoriationen, blutige Krusten und Lichenifikation wahrgenommen.


Therapie

Die Behandlung des Sommerekzems besteht derzeit vor allem aus einem adäquaten Insektenschutz . Das Tragen von Ekzemerdecken und das Aufbringen von Repellentien, Shampoos und Spot-On-Präparaten wird empfohlen.

Wirkstoffe wie Permethrin oder Citriodiol sind wirksam gegen Culicoides-Insekten und können direkt auf die Haut aufgetragen werden oder in Form von Permethrin-haltigen Fliegen- oder Ekzemerdecken angewendet werden. Zudem ist der Einsatz von Präparaten mit Inhaltsstoffe wie Omega-3/6-Fettsäuren, Weichmachern, Hautpflegeprodukten und juckreizlindernden, antiseborrhöischen oder antimikrobiellen Wirkstoffen beschrieben [62]. Erst kürzlich konnte in einer Studie die Wirksamkeit eines lokal auf die Sommerekzemläsionen aufgetragenen Öls bestehend aus Kampfer, Zitronengras, Zitronenöl, Pfefferminze und Patchouli bestätigt werden [6].

Bei schwereren Verläufen werden lokale oder systemische Antihistamine oder Kortikosteroide eingesetzt [63] – [65]. Allerdings schränken mögliche Nebenwirkungen , wie z. B. eine Immunsuppression, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen oder das Risiko der Hufrehe den Einsatz systemischer Kortikosteroide ein [66]. Und auch systemische Antihistamine können zu Nebenwirkungen wie Mattigkeit, Sedation und Leistungsminderung führen. Diese Nebenwirkungen werden allerdings nur für Antihistamine der 1. Generation, wie z. B. Hydroxyzin, beschrieben. Antihistamine der 2. Generation, wie z. B. Cetirizin, führen nicht zu diesen zentralen Nebenwirkungen, da sie nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden und direkt zentral über die Bindung der H1-Rezeptoren im Gehirn wirken. Derzeit ist jedoch kein fürs Pferd zugelassenes Präparat auf dem Markt erhältlich. Zudem konnte in einer randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelblinden Feldstudie bei der Behandlung mit dem oralen Histamin-1-Rezeptor-Antagonist Cetirizin keine signifikante Besserung der klinischen Symptome von den an Sommerekzem erkrankten Pferden gezeigt werden [67]. Dagegen führte das Tragen von Ekzemerdecken und das Aufstallen der Pferde zu einer deutlichen Besserung der klinischen Symptome. Diese Studie unterstützt die Annahme, dass beim Sommerekzem eine Histamin-vermittelte Pathogenese nur eine untergeordnete Rolle spielt und andere Pathomechanismen bei der Entstehung der klinischen Symptome eine wesentlich wichtigere Rolle spielen.


ASIT

Das Ziel der Allergen-spezifischen Immuntherapie (ASIT) ist es, mithilfe von häufigen Injektionen des Allergens in ansteigender Dosierung eine immunologische Toleranz beim betroffenen Patienten zu erreichen. Es soll zu einer Bildung allergen-spezifischer IgG-Antikörper kommen, die zum einen mit den Bindungsstellen allergen-spezifischer IgE-Antikörper konkurrieren und zum anderen an inhibitorische FcγRIIB-Rezeptoren der Mastzellen und Basophilen binden und dadurch deren Degranulation verhindern [68], [69]. Des Weiteren soll eine ASIT zu einer Verlagerung von einer Th2-dominierten Immunantwort zu einer Th1- und regulatorischen T-Zell-dominierten Immunantwort führen.

Ausschlaggebend für die Wirksamkeit der ASIT in der Humanmedizin ist ein adäquates allergen-spezifisches IgG : IgE-Verhältnis [69]. Es ist anzunehmen, dass auch beim Pferd ein adäquates IgG : IgE-Verhältnis eine entscheidende Rolle bei der Wirksamkeit der ASIT spielt [28].

In der Vergangenheit wurden verschiedene Protokolle für Durchführung einer ASIT beim Pferd angewendet. Diese Protokolle variieren in der Allergendosis, dem verwendeten Adjuvans und der Applikationsart. Allergene wurden subkutan, intradermal, sublingual, oral oder sogar intralymphatisch angewandt [70]. Die Ergebnisse der bis dato durchgeführten Studien sind allerdings kontrovers und keines der durchgeführten Protokolle konnte vollständig überzeugen [8], [71] – [76].


Merke 

Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Immuntherapie ist die Verwendung von spezifischen Allergenen [28].


Diese Tatsache aber bringt uns wieder zurück zu den bisherigen diagnostischen Möglichkeiten. Nur wenn anhand guter diagnostischer Testverfahren die spezifischen Allergene identifiziert werden könnten, wären die Herstellung einer ASIT, die genau diese spezifischen Allergene verwendet, und eine erfolgreiche Behandlung betroffener Pferde möglich. Das bereits beschriebene neu entwickelte Testverfahren aus der Studie von Novotny et al. könnte hierbei eine vielversprechende Möglichkeit für die Zukunft darstellen.


Merke 

Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Immuntherapie ist die Verwendung von spezifischen Allergenen [28].

Diese Tatsache aber bringt uns wieder zurück zu den bisherigen diagnostischen Möglichkeiten. Nur wenn anhand guter diagnostischer Testverfahren die spezifischen Allergene identifiziert werden könnten, wären die Herstellung einer ASIT, die genau diese spezifischen Allergene verwendet, und eine erfolgreiche Behandlung betroffener Pferde möglich. Das bereits beschriebene neu entwickelte Testverfahren aus der Studie von Novotny et al. könnte hierbei eine vielversprechende Möglichkeit für die Zukunft darstellen.


Allergen-unabhängige Behandlungsmethoden


Monoklonale Antikörper

Mit der Entwicklung Allergen-unabhängiger Behandlungsmethoden können die Einschränkungen der Identifizierung und Herstellung spezifischer Antigene umgangen und gleichzeitig viele verschiedene Arten von Allergien behandelt werden. In der Humanmedizin und auch bei Hunden und Katzen werden hierfür bereits monoklonale Antikörper gegen IL-5, den IL-5-Rezeptor α und gegen IL-31 eingesetzt. Solche Therapieverfahren zeigen ein hervorragendes Sicherheitsprofil und eine hohe Effektivität zur Behandlung allergischer Erkrankungen bei Menschen und Kleintieren [77] – [80]. Für das Pferd sind solche Therapien derzeit noch nicht verfügbar .

Um die gewünschte Aktivität (meistens Neutralisation) der monoklonalen Antikörper zu gewährleisten, wird jeweils ein spezies-spezifischer Antikörper verwendet. Zum einen, weil das Zielmolekül nur neutralisiert wird, wenn der Antikörper eine ideale Bindung mit einer hohen Affinität an das Zielmolekül nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip aufweist. Diese ideale Bindung ist nur gewährleistet, wenn der Antikörper auf das Zielmolekül der jeweiligen Spezies optimiert wurde. Kreuzreaktionen auf dasselbe Molekül zweier verschiedener Spezies sind nur bei einer sehr hohen Übereinstimmung möglich, diese ist aber in den allermeisten Fällen nicht gegeben. Zum anderen bedeutet die Verwendung von spezies-spezifischen Antikörpern, dass nicht nur die Bindestelle auf die Spezies optimiert wurde, sondern auch die Antikörperklasse aus einer bestimmten Spezies oder für eine bestimmte Spezies optimiert wurde. Dies ist notwendig, weil die Antikörpermoleküle verschiedener Spezies ebenfalls Unterschiede aufweisen und somit eine Immunantwort gegen den therapeutischen Antikörper auslösen können. Aus diesem Grund müssten für Pferde eigene spezies-spezifische Antikörper hergestellt werden. Diese monoklonalen equinen Antikörper müssten dann nach Körpergewicht dosiert werden.

Da solch eine Behandlung mit monoklonalen Antikörpern aufgrund der hohen Herstellungskosten sowie in den entsprechend hohen Dosen beim Pferd derzeit nicht realistisch anwendbar ist, wurde in den letzten Jahren eine therapeutische Impfstoff-Plattform basierend auf einem pflanzlichen Virus-ähnlichen Partikel (virus-like particle, VLP) entwickelt, der körpereigene Selbstmoleküle wie z. B. IL-5 kostengünstig neutralisieren kann.


Therapeutische Impfstoffe

Die Wirkungsweise des therapeutischen Impfstoffs basiert auf einem sehr immunogenen Carrier-Molekül, dem VLP, und einem nicht-immunogenen körpereigenen Selbst-Molekül wie z. B. IL-5. Nach dem Hapten-Carrier-Prinzip induziert das VLP-Carrier-Molekül eine starke Immunantwort gegen das VLP selbst, aber auch gegen das Hapten-Molekül, hier das Selbstprotein. Eine langlebige, aber reversible anti-Selbst-Zielprotein IgG-Antikörper-Immunantwort wird über eine „Bystander“-Hilfe von VLP-spezifischen T-Zellen ausgelöst. Die Immunantwort gegen das Selbst-Zielprotein kann nur durch eine erneute Impfung geboostet werden, nicht vom endogenen Protein alleine, da hierzu die gleichzeitige Anwesenheit von VLP und Selbst-Molekül in einer Antigen-präsentierenden-Zelle (APC) Voraussetzung für die VLP-spezifische „Bystander“-Hilfe ist. Somit produziert das Pferd seinen eigenen Antikörper gegen das körpereigene Zielprotein, die Antikörper sind jedoch polyklonal und nicht monoklonal.

Zur Behandlung allergischer Erkrankungen, insbesondere des Sommerekzems beim Pferd, wurden 2 therapeutische Impfstoffe mittels der VLP-Platform entwickelt. Es wurden IL-5 und IL-31 als Kandidaten für Zielproteine identifiziert. Hierfür wurden equines IL-5 oder IL-31 kovalent an die VLP gebunden. Die subkutane Injektion des Impfstoffs führt zur Bildung von polyklonalen Antikörpern gegen IL-5 und IL-31. Beide Impfstoffe wurden bereits über mehrere Jahre in Placebo-kontrollierten randomisierten doppel-blinden klinischen Studien getestet und zeigten eine gute Wirksamkeit zur Behandlung des Sommerekzems [35], [40], [82]. Geimpfte Pferde zeigten eine signifikante Verringerung der Sommerekzemläsionen während der ganzen Sommerekzem-Saison im Vergleich zu unbehandelten Pferden [35]. Außerdem konnte gezeigt werden, dass eine Behandlung im zweiten Jahr der Studie zu noch deutlicheren Verbesserungen der Sommerekzemläsionen führte ([Abb. 2]) [82].

Die Impfung mit dem IL-5-Impfstoff führte zu einer signifikanten Verringerung der eosinophilen Granulozyten im Blut, die mit der Reduktion der Sommerekzemläsionen korrelierte [82]. Die Impfung mit dem IL-31-Impfstoff führt zu einer Reduktion des Th2-mediierten IL-31-Spiegels, der als Botenstoff zwischen dem Immunsystem und dem Nervensystem Histamin-unabhängigen Juckreiz vermittelt [40], [83]. Dieser Impfstoff zeigte gute Ergebnisse bei Pferden mit Sommerekzem sowie bei Pferden mit chronischem Juckreiz unbekannter Ursache. Für beide Impfstoffe konnte in allen Studien ein gutes Sicherheitsprofil gezeigt werden. In einer weiteren Langzeit-Studie, in der der IL-5-Impfstoff über einen Zeitraum von 5 Jahren angewendet wurde, konnte das gute Sicherheitsprofil für den IL-5-Impfstoff sowie generell für VLP-basierte Impfstoffe beim Pferd bestätigt werden [84]. Beide Impfstoffe werden derzeit in weiteren klinischen Studien für die Marktzulassung geprüft und sind noch nicht erhältlich .


Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Sommerekzem eine multifaktorielle und progressive allergische Erkrankung des Pferdes darstellt. Die zugrundeliegenden Pathomechanismen müssen in Zukunft noch näher untersucht werden, um neue diagnostische Tests entwickeln und bestehende Testverfahren optimieren zu können. Nur dann ist eine erfolgreiche Behandlung dieser allergischen Erkrankung möglich. Allergen-unabhängige Behandlungsmöglichkeiten stellen ebenfalls eine hoffnungsvolle Option für die Zukunft dar.




von Maria Schmidt 7. Februar 2025
Heu ad libitum Fangen wir mal ganz von vorne an, nämlich beim Heu. Genauer gesagt sprechen wir über Heu ad libitum. Diese Methode ist hoch gelobt und das A und O der Pferdefütterung. Sie funktioniert nur leider nicht immer – so wie bei mir zum Beispiel. Ich würde meinen Pferden liebend gerne 24h Heu zur Verfügung stellen. Denn mit dieser Art der Pferdefütterung hätte ich den absolut geringsten Aufwand. Heuballen rein in die Raufe, Netz drüber und nach fünf Tagen einfach einen neuen reinstellen. Meine dicken Ponys haben mir da aber leider einen richtig dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Vor allem meine Haflingerstute und einer der zwei Zwergesel. Die zwei werden nämlich schon vom Hinschauen moppelig. Ich habe jahrelang versucht das Problem irgendwie in den Griff zu bekommen. Ich habe unendlich viele Heusäcke gestopft. Ich bin dreimal täglich in den Stall gefahren. Ich habe die Heuraufe mehrmals händisch abgesperrt und aufgemacht. Dazu musste ich dann aber viermal täglich zum Stall fahren. Was ist am Ende passiert? Ich war richtig genervt vom Stall und von den Pferden! Denn ich hatte absolut gar keine Zeit mehr – weder für mich, noch für meine Pferde. Noch dazu waren trotzdem alle immer zu dick. Das Haltungskonzept Alle meine Pferde leben auf einem großzügigen Paddock Trail mit ca. 1km Länge. Die Tracks sind aufgrund des steilen Geländes extrem anspruchsvoll und zu 100% grasfrei. Es gibt einen kleinen Fichtenwald, Knabberäste, einen Quelltränker, Ruhezonen, einen großen Offenstall und einen Kratzbaum. Da schlägt das Pferdeherz höher. Außer im Sommer, denn da durften die Pferde bis dato immer nur über den Zaun auf die schönen Weideflächen schauen. Weidegang war nämlich verboten. Wer zu dick ist, kommt nicht auf die Weide – präventiv sozusagen. Also ist doch nicht immer alles so toll für die Pferde. Irgendwie haben sie mir dann schon etwas leid getan. Aber dadurch konnte ich zumindest eine Hufrehe und andere Wohlstandskrankheiten aus meinem Stall verbannen. Eines Tages habe ich dann beschlossen alles im Stall zu automatisieren und fernzusteuern. Ich hatte einfach keine Lust mehr auf dicke Pferde und zu viel Arbeit im Stall. Im Nachhinein gesehen war das die beste Entscheidung die ich treffen konnte. Die zeitgesteuerten Fütterungssysteme Ich habe zeitgleich zwei unterschiedliche Systeme installiert. Eine einfache Heubox an der Wand mit Deckel und eine umgebaute Rundballen Heuraufe am Berg. Somit hatten alle Pferde die Möglichkeit in Ruhe zu fressen. Die ranghohen am Berg – die rangniedrigen Pferde im Stall. Mit der Installation sollten alle vorrangig an Gewicht verlieren und ich wollte mir mehr persönlichen Freiraum verschaffen. Die Herde Haflinger Stute, 14 Jahre, 150 cm, 590 kg | Sie brachte definitiv fast 100 kg zu viel auf Waage und war jahrelang mein Sorgenkind Nr. 1. Sie gehört zu der Sorte „Ich könnte den ganzen Tag fressen!“. Ein gemütlicher Haflinger vom alten Schlag, der nichts lieber macht, als den ganzen Tag irgendwo irgendwas zu fressen. Eine Hufrehe konnte ich aufgrund des konsequenten Weidemanagements bis dato gut verhindern. EMS ist aber aufgrund des Fressverhaltens leider nicht ausgeschlossen, wurde jedoch nie diagnostiziert. Haflinger Wallach, 10 Jahre, 142 cm, 450 kg | Er war ca. 50 kg vom Zielgewicht entfernt und frisst ebenfalls für sein Leben gern. Auch Holz und Futterschüsseln, wenn es sein muss. Er durfte bei seinem Vorbesitzer in jüngeren Jahren den Sommer auf der 24h-Hochleistungsweide im Tal verbringen. Im Spätsommer desselben Jahres bedankte er sich mit einer katastrophalen Hufrehe. Nach dem Ausheilen der Rehe wurde sein Weidegang massiv eingeschränkt bzw. verboten. Quarab Wallach, 10 Jahre, 143 cm, 430 kg | Er hatte bis dato eigentlich immer eine gute Figur gemacht, neigt aber bei zu viel Futterangebot doch auch zu etwas Übergewicht. 20 kg weniger auf der Waage würden ihm aber definitiv auch nicht schaden. Quarter Horse Wallach, 25 Jahre, 143 cm, 390 kg | Der Pensionist in der Runde musste definitiv zusätzlich gefüttert werden und darf in den Sommermonaten auf den Weideflächen zuhause grasen. Zwei Zwergesel Wallache, 8 und 5 Jahre, 150 kg | Die beiden waren zwar nicht dick, konnten aber trotzdem etwas weniger an Gewicht vertragen. Esel sollen ja von Natur aus eher „rippig“ und mager sein. Die Fresszeiten Vor der Aktivierung der Zeitsteuerung hatten die Pferde 18h durchgehend Zugang zum Heu. Das heißt, ich habe die Raufe in der Früh händisch verschlossen und am Nachmittag wieder aufgemacht. Bei der Aktivierung habe ich mich für folgende Zeiten entschieden: September 2018 – 9h Zugang zum Heu mit engmaschigem Heunetz 6:00-8:00 | 12:00-14:00 | 18:00-20:00 | 0:00-2:00 | 3:30-4:30 Oktober 2018 bis April 2019 – 8h Zugang zum Heu mit engmaschigem Heunetz 6:00-8:00 | 12:00-14:00 | 18:00-20:00 | 0:00-2:00 Im Winter wurde fallweise eine kleine Portion loses Heu dazu gefüttert. April 2019 – September 2019 – 8h Zugang zum Heu mit engmaschigem Heunetz & zusätzlicher Weidegang auf den eigenen Wiesenflächen. Durch den teilweise uneingeschränkten Weidegang wurde die Heuraufe nur selten genutzt. Die Zeiten wurden im Sommer aber einfach so belassen. 6:00-8:00 | 12:00-14:00 | 18:00-20:00 | 0:00-2:00 ab Oktober 2019 – 6h Zugang zum Heu – mit engmaschigem Netz 6:00-7:30 | 12:00-13:30 | 18:00-19:30 | 0:00-1:30 Einen Mini Snack loses Heu am Tag gab es zusätzlich. Übrigens. Das engmaschige Netz ist nur an der Rundballenraufe in Verwendung. In der Heubox im Stall wird lose gefüttert. Komischerweise stehen beim losen Heu nur der Opi und die Kleinen. Die ranghohen Pferde gehen immer freiwillig den Berg hinauf zur großen Raufe mit Netz. Und: Alle Pferde haben auf den langen Trails, auch in den Fresspausen, die Möglichkeit etwas zu knabbern. Stroh, Äste/Zweige und (Un-) Kräuter stehen den Pferden ganzjährig immer zur Verfügung! Ebenso wird immer auf eine ausreichende Versorgung mit angepassten Mineralstoffen geachtet. Gewichtsabnahme Die Herde konnte so in einem Jahr insgesamt ca. 100 kg an Gewicht verlieren. Ganz langsam und pferdegerecht. Heuverbrauch Was sich neben dem Gewicht deutlich verändert hat, ist natürlich der Heuverbrauch. Und das ist wirklich sehr interessant! Der Jahresverbrauch an Rundballen konnte um durchschnittlich 1,6 Rundballen pro Monat, also knapp 20 Ballen pro Jahr gesenkt werden. Wisst ihr wie viele Tonnen Pferdemist weniger das sind? Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens haben die Pferde durch die Steuerung und Reduktion der Fresszeiten natürlich weniger Heu gefressen. Zweitens haben alle in der Herde genug Gewicht verloren und durften erstmals von April bis September auf den eigenen Weideflächen grasen. Da schlägt das Pferdeherz nun wirklich höher! Mein Fazit Die zeitgesteuerte Fütterung bringt mir in der Pferdehaltung einige wesentliche Vorteile. Ich kann deutlich an Arbeitszeit und Futterkosten einsparen. Die Pferde bewegen sich endlich in Richtung „Idealfigur“. Das System arbeitet zuverlässig und ist gerade für berufstätige Menschen eine Erleichterung im täglichen Stallmanagement. Das Schönste ist: Die Pferde können in den Sommermonaten ihren natürlichen Bedürfnissen nachkommen und dürfen nun endlich auf den eigenen Weideflächen grasen. Ähnlich den nicht domestizierten Pferden fressen sie sich jetzt im Sommer die Kilos rauf, die sie im Winter durch weniger Futterangebot wieder verlieren. Abschließend möchte ich anmerken, dass es sich hier um die aktuell beste Lösung für diese spezielle Pferdeherde handelt. Bei einem dicken Pferd sollten sofort alle Alarmglocken läuten! Man sollte sein Möglichstes tun, um den gefährlichen Wohlstandskrankheiten vorzubeugen.
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